Rezensionen:
Professor Dr. Gerhard Schmitt, Universität Oulu/Finnland 27/04/07
Dr. Gerhard Schmitt
Professor
Universität Oulu
Institut für Germanistik, Romanistik
und Skandinavistik
Rezension zu
Ira-Elisa Rosenkranz, Angelina Engel. Eine himmlische Geschichte. Geest-Verlag 2006
Mit Ira Elisa-Rosenkranz hat sich eine bisher ungehörte Stimme in den Diskurs des Phantastischen eingebracht. Angelina Engel, so Buchtitel und Name der Hauptfigur, ist ein knapp fünfzehnjähriges Mädchen, das von einem von ihr übersehen Lastwagen aus der profanen Welt ihrer Kleinstadt grob in ein paradiesisches Jenseits gerammt wird. Als erfrischende Widergängerin befriedigt sie zunächst ihre menschlich-allzumenschlichen Neigungen, kann, als nunmehr Unsichtbare, Interna aus Lehrerkonferenzen und der Dusche ihres Schwarms aufklären, bevor sie in ein Paradies einzieht, das deutliche Züge eines musisch orientierten Internats aufweist.
Das Land der Phantasie, das Rosenkranz beschreibt, ist keine magische Welt, die dem Leser unerreicht bleibt, sondern eine mentale Szene, die Jeder aus eigener Vorstellung genau kennt. Wer hat sich nicht gefragt, was nach dem Tod kommen mag, wer nicht mit dem Gedanken gespielt, was er/sie alles anstellen könnte unter dem Mantel des Unsichtbaren? Ira Elisa Rosenkranz hat diese zwei geradezu archetypischen Spielvisionen mit sicherer Hand aufgenommen und zu einem Erzählstrang verarbeitet, der auf dieser psychologischen Grundlage den Leser immer wieder zum Mitdenken, so über das Verhältnis eines Gottes zu vielen Kulturen, und zum Einreden mit vielen ‚aber warums’ verführt. Damit ist dieser Text auf verschiedenen Verstehensebenen zu lesen: wer will, kann sich dieser Himmlischen Geschichte zum reinen Vergnügen aussetzen, andere werden hier Denkanstösse erfahren, die so manches in Frage stellen, was die Welt zwischen Beamtensicherheit und Harz IV so eben noch zusammenhält. Dass dieses mit Lust geschieht ist der Tatsache zuzuschreiben, dass die Autorin – als ehemalige Lehrerin – genau weiß, wie ihre Leserschaft denkt und spricht und einen ebenso irdisch-ironischen Stil schreibt.
Man darf gespannt sein: sowohl auf die neuen Streiche Angelinas als auch auf die Entwicklung dieser Schriftstellerin.
G. Schmitt
Rosenkranz, Ira-Elisa: „Wenn Felia lacht“
Ein turbulenter Familien-Roman
ISBN 978-3-86685-084-2
Geest-Verlag 2007
Ira-Elisa Rosenkranz zeichnet in ihrem neuen Roman „Wenn Felia lacht“ glasklare Charaktere. Es sind Menschen wie sie uns überall im täglichen Leben begegnen. Da sind die Brüder Marcus und Lucas, wie sie kontrastreicher nicht sein können. Rosenkranz gelingt es in überragender Weise, dieses Spannungsfeld um das Kuckuckskind Felia durch das gesamte Leben der Familie aufrecht zu erhalten.
In der bislang heilen Welt der Familie Gerber brauen sich gewaltige Gewitterwolken zusammen, als der lebensfrohe Sohn Lucas sich immer mehr für seine bildhübsche Schwägerin Silke interessiert. Bei einer gemeinsamen Autofahrt nach Bremen kündigt sich das Drama bereits an. Sein Bruder Marcus, ein sehr erfolgreicher Jurist, merkt von alledem nichts und ist glücklich über die Geburt seiner Tochter Felia. Er ist wie vom Donner gerührt, als bei einem Familienfest seine Nichte Barbara voller Aufregung ausruft: „Wenn Felia lacht, sieht sie genau so aus wie Onkel Lucas.“ Eine Welt bricht zusammen, nichts ist mehr so wie früher.
Besonders gefesselt wird der Leser durch einen raffinierten Trick. Ira-Elisa Rosenkranz bettet die gesamte Handlung in eine Umklammerung in der Gegenwart und lässt die Erzählstränge im historischen Rückblick ablaufen. So entsteht das Gefühl des Miteinander-Vertrautwerdens. Immer intimer zieht es den Leser in die Handlung, lässt ihn Partei ergreifen, gibt ihm jederzeit Gelegenheit, sich mit einzelnen Figuren zu identifizieren. Hierbei verzichtet Rosenkranz auf die Verwendung stereotyper Charaktere. Immer neue, überraschende Wendungen in den Abläufen einzelner Erzählsträngen lassen den Spannungsbogen nie abreisen. Die klare, gut verständliche Sprache zeichnet den Roman „Wenn Felia lacht“ aus. Er ist bereits für junge Menschen nach der Pubertät geeignet. Der Roman ist in zwei Ebenen angelegt, so dass er sich hervorragend zur Betrachtung sozi-ethischer Strukturen der Gesellschaft oder auch nur der schöngeistigen Unterhaltung dienen kann.
„Wenn Felia lacht“ hat das Zeug dazu, an den beachtlichen Erfolg des Erstlingswerks „Angelina Engel“ der Schriftstellerin Ira-Elisa Rosenkranz anzuknüpfen.
Rezensent: Roland Moll, Theater und Musikkritiker Aurich, im September 2007
Rezension einer Lesung aus "Angelina Engel"
von Günter Niet (Pädagoge und Journalist),
Die Umgebung, in der die Auricherin Autorin Ira- Elisa Rosenkranz aus ihrem Buch "Angelina Engel" liest, ist Ihr nicht unbekannt. Viele Jahre war die gebürtige Speyerin … an der Grundschule Moordorf als Lehrerin tätig gewesen. Am Dienstag- und Mittwochnachmittag stellte die Auricherin ihr Erstlingswerk den Siebt- und Achtklässlern der Realschule Moordorf vor.
Aus einer eher ungewöhnlichen Perspektive beschäftigt sich die Schriftstellerin mit dem "Weiterleben nach dem Tode". Und so waren nicht nur die Autorin, sondern auch die beteiligten Lehrkräfte gespannt, wie die Thematik bei den Schülern ankommen würde. Am Anfang des Buches steht ein Schicksalsschlag. Die 15 jährige Angelina Engel kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Doch Ira Rosenkranz lässt das tote Mädchen "weiterleben". Unbemerkt kann Angelina sich auf der Erde bewegen, ist zu Hause bei ihren trauernden Eltern und Freunden. Sie ist mitten unter den Menschen und kann alles genau verfolgen und beobachten, was passiert. Angelina fühlt sich echt wohl in ihrem "2. Leben". Jetzt kann sie ganz nah bei ihrem Schwarm Torsten sein und ihn ungeniert küssen und streicheln. Aber sie lernt bei ihrem Streifzug auch das wahre Gesicht vieler Menschen kennen und muss hören, wie man über jemanden redet, wenn er tot ist. Das Mädchen kann sprichwörtlich Mäuschen spielen.
Doch auch nach der Ankunft im sogenannten Paradies geht es für die 15 jährige spannend und aufregend weiter, keine Spur von himmlischer Leichtigkeit und Ruhe. Locker, amüsant und witzig ist der Sprachstil der Autorin und daher auch besonders ansprechend für ein junges Publikum.
Dass jemand das Tabuthema Tod literarisch so verpackt, scheint auch den Schülern eher ungewöhnlich, so dass sie konzentriert und gebannt den Ausführungen der Autorin vorne lauschen. Und einige wollen noch mehr wissen. "Wie kommt man eigentlich zu diesem Thema?" war eine häufig gestellte Frage. Doch auch die schriftstellerische Arbeit interessierte. Wie lange man an so einen Buch arbeite und ob sie schon andere Bücher geschrieben habe, wurde die Autorin gefragt.
Dabei erfuhren die Schüler, dass Ira-Elisa Rosenkranz bereits an einer Fortsetzung zu "Angelina Engel" arbeitet. Sie sei über das große Interesse der Schüler und deren Ausdauer sehr erfreut gewesen, sagte die ehemalige Pädagogin am Ende der Veranstaltung.
Als Geschenk für die Schule überreichte die Autorin einen kostenlosen Klassensatz ihres Buches, dank einer finanziellen Unterstützung durch die Auricher Filiale der Deutschen Bank.
So haben interessierte Schüler jetzt Gelegenheit das Buch in seiner vollen Länge kennen zu lernen und noch mehr über die Hauptfigur zu erfahren.
Rezension (Mag. Theol. Christine Fleck-Bohaumilitzky) 13/01/07
"Angelina Engel. Eine himmlische Geschichte.
A. E. ist der erste Roman von Ira-Elisa Rosenkranz. Sie nimmt sich hier in einer leichten, gut lesbaren Sprache eines nicht ganz einfachen Themas an. A. E. ist ein noch nicht ganz 15-jähriges Mädchen, das durch einen tragischen Verkehrsunfall ums Leben kommt. Dieses Mädchen nimmt nun seine Leserinnen und Leser mit auf eine aufregende Reise ins Paradies. Angelina kann auch unbemerkt auf Erden sein und erleben, wie es ihren Eltern und FreundInnen nach ihrem Tod geht. Es macht sie oft ein wenig traurig, dass sie ihnen gar nicht helfen kann in ihrer Trauer. Ihr selber geht es im Paradies gut, sie lernt Freundinnen kennen, hat Freude an ihrem Dasein, erlebt Vieles, das sie sich zu Lebzeiten nicht hätte vorstellen können - auch ihre Zahnspange drückt nicht mehr. Sie liebt ihr Dasein und möchte nirgends anders mehr sein.
Das Buch besticht durch die Qualität seiner Ideen und die Frische und Klarheit seiner Sprache. Es ist heiter und nachdenklich zugleich und regt zum Nachdenken an über die (eigenen) Vorstellungen von Paradies und paradiesischem Leben. Für trauernde Eltern ist es meiner Meinung nach eine schöne Vorstellung, sein Kind in einem Paradies zu wissen, auch wenn dadurch natürlich der Wunsch nach einem Leben mit diesem Kind bestehen bleibt.
Dieses Buch ist geeignet für junge und ältere Leser, die sich einmal auf ganz andere - sehr angenehme und unkonventionelle - Weise mit dem Thema 'Weiterleben nach dem Tod' beschäftigen wollen." (Rezension von Mag. Theol. Christine Fleck-Bohaumilitzky (veid), Bergkirchen-Lauterbach v. 13/01/2007)